Schulkonzept für Kinder, die aus dem Rahmen fallen


„Wir versuchen immer, den Kindern in der Schule Sachwissen beizubringen. Dabei haben Pädagogen schon vor hundert Jahren darauf hingewiesen, dass es nicht darauf ankommt, einfach nur die Kulturgüter an die Kinder weiterzugeben, sondern darauf, in den Kindern immer wieder neu den Geist zu wecken, der die Kulturgüter hervorbringt.“ (Gerald Hüther)

Warum eigentlich muss jedes Kind mit 6 Jahren Lesen und Schreiben lernen egal wieviel Mühe es dem Kind und dem Lehrer bereitet? Wir Erwachsenen lernen meist schnell und mühelos, was uns brennend interessiert. Warum trauen wir das unseren Kindern nicht zu? Wahrscheinlich hätten wir weniger Legastheniker und Diskalkuliker, dafür mehr Leseratten und Rechengenies, wenn wir auf den individuellen Zeitpunkt des Lerninteresses warten könnten.

Kinder lernen immer bei allem, was sie wahrnehmen und tun, sie lernen am Leben. Je mehr vielfältiges Leben in ihrem Umfeld sich abspielt, desto vielfältigere Interessen erwachen.

Wir arbeiten an einem Konzept, bei dem aussen „Schule“ drauf steht (es gibt in Deutschland die Schulpflicht), bei dem innen aber buntes, elementares Leben wirbelt mit Natur, Tieren, Gartenbau, Hauswirtschaft, Handwerk, Kultur, Gemeinschaft. Bewusstes, gezieltes Lernen findet dann statt, wenn beim einzelnen Kind aus der Vielfalt dieses Lebens die eigene Motivation dafür erwacht. Dieses Lernen wird dann von Pädagogen begleitet und unterstützt.

Das Konzept ist nicht als neues Superrezept für alle gedacht, sondern als eine mögliche Form in einer vielfältigen freien Bildungslandschaft.

Natürlich hoffen wir, eine solche Schule irgendwann real gründen zu können. Unabhängig davon ist uns aber der eigene Bewusstseins- und Lernprozess dabei wichtig als geistige Grundlage für ein künftiges freies Schulwesen. Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen, daran mitzuarbeiten.